Dorfstromer, ein Auto zum Teilen

Die Idee

Mobilität ohne eigenes Auto gestaltet sich oft schwierig. Besonders auf dem Land ist das ÖPNV-Angebot für alltägliche Aktivitäten wie Arztbesuche, Einkäufe, Sportveranstaltungen etc. oft unzureichend. Deshalb verfügt fast jeder Haushalt im ländlichen Raum über einen Zweit- oder gar Drittwagen und auch im städtischen Bereich werden die meisten privaten PKW nur sehr wenig genutzt. Deshalb braucht es aus ökologischen, sozialen und aus ökonomischen Gründen alternative Mobilitätsangebote. Hier setzt der „Dorfstromer“ an.

Aus einem umfassenden Beteiligungsprozess ergaben sich der Bedarf vieler potenzielle Nutzer aller Altersgruppen für ein Carsharing-Konzept: junge Familien, Rentnerehepaare, Kleingewerbe/Läden, Touristen, Fahranfänger, Fahrgemeinschaften. Im Gegensatz zu einem kommerziellen Angebot sollten die Fahrzeuge aber für alle zu günstigen Konditionen nutzbar sein. Ebenso sollte der Verwaltungsaufwand so gering wie möglich gehalten werden. Deshalb fiel die Entscheidung sowohl auf eine webbasierte digitale Verwaltungs- und Buchungsplattform als auch auf eine Vereinsstruktur; aus ökologischen Gründen kamen nur Elektroautos in Frage.

Ziel ist es Haushalten, die auf einen eigenen PKW oder den Zweitwagen verzichten wollen und Menschen, die sich kein eigenes Auto leisten können eine kostengünstige individuelle Mobilität zu ermöglichen.

Alle profitieren, weil keine Kosten für ein eigenes Auto anfallen, eine Lücke in der Mobilitätsversorgung wird geschlossen, es verschwinden Unterschiede zwischen arm und reich, alt und jung. Der Verkehr in der Region nimmt ab, ihre Attraktivität nimmt zu.

Konzept und Funktionen

Der Verein Dorfstromer e.V. steht allen Bürger*Innen sowie Organisationen und Gewerbetreibenden offen. Die Mitgliedschaft im Verein gewährt den Zugriff auf alle vereinseigenen Fahrzeuge die an festen Standorten stationiert sind.

Die Buchungen der Fahrzeuge erfolgen über das Internet und verknüpfte Mobilfunknetze über eine webbasierte Buchungsplattform oder über eine Smartphone-App. Für die Nutzung der Fahrzeuge wird ebenfalls die Smartphone-App verwendet, die auch zum Öffnen und Schließen der gebuchten Fahrzeuge dient. Alle Vereinsmitglieder teilen sich die Fahrzeuge, ohne dass eine personalaufwändigen Organisation notwendig ist.

Jedes Mitglied kann die Fahrzeuge online per Web-Browser oder einer Smartphone-App buchen. Man muss lediglich sein Wunschfahrzeug wählen und den Zeitpunkt der Abholung und Rückgabe eingeben und schon ist ein Dorfstromer gebucht. Mit der Angabe des Zielortes oder der geplanten Fahr-Kilometer wird automatisch die Ladepause bis zu einer Neuvermietung berechnet. So ist sichergestellt, dass immer ein voll geladenes Auto bereit steht. Die Fahrzeuge haben eine Reichweite von ca. 300 bis 400 km und können mit der zum Fahrzeug gehörenden Ladekarte auch unterwegs geladen werden.

Zum gebuchten Mietbeginn kann man dann mit seinem Smartphone das Fahrzeug öffnen. Dabei wird auch abgefragt, ob das das Auto sichtbare Schäden hat oder besonders verschmutzt ist. Bei der Rückgabe wird erneut der Zustand abgefragt und man wird daran erinnert das Ladekabel wieder anzuschließen.

Die Abrechnung der Fahrten erfolgt pro angefangener Nutzungsstunde inkl. aller gefahrenen Kilometer und inkl. der erforderlichen Batterieladung. Jeder Nutzer erhält monatlich eine Auflistung aller Buchungen mit den Details zu jeder Buchung.

Flexbilität und Erweiterbarkeit

Das Dorfstromer-Konzept erlaubt ein individuelles Anpassen an die Anforderungen besonderer Nutzerkreise. So ist die Fahrzeugauswahl vom E-Lastenfahrrad bis zum Kleinbus genauso möglich wie besondere Tarife pro Fahrzeug oder Nutzungsperiode. Eigentümergemeinschaften in städtischen Wohngebieten, Quartierslösungen oder ländliche Neubaugebiete profitieren von dieser Flexibilität und von der stufenweisen Erweiterbarkeit auf zukünftige Bedürfnisse. Im Januar 2021 gab es bereits sechs E-Autos als Dorfstromer.

Mehr Informationen gubt es unter www.Dorfstromer.de.

Bildquellen

  • Dorfstromer_Cat&Sign: Dorfstromer e.V.

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