Realwirtschaft und Finanzwirtschaft

Will ein Bäcker Brötchen verkaufen, muss er Mehl und andere Zutaten kaufen, sein Personal, Ernergie- und andere Kosten bezahlen und viel arbeiten. Das ist die Realwirtschaft.

Will die Finanzwirtschaft Brötchen verkaufen,  leiht sie sich vom Bäcker die Brötchen, die dieser morgen backen will und verkauft sie heute. Dann streut sie das Gerücht, dass die Brötchenpreise fallen und kauft die geliehen Brötchen, die noch gar nicht gebacken sind, zum Spottpreis wieder zurück. Ein toller Gewinn ohne wesentlichen Aufwand.

Was sind die Folgen: Der Bäcker muss die Preise senken, da der Brötchenmarkt ja gerade zusammengebrochen ist. Es muss die Löhne senken und den Mehllieferanten knebeln. „Teuren“ Ökostrom kann er sich genau so wenig leisten, wie ein ökologisches oder soziales Gewissen.

Der Bäckergeselle sucht sich ’nen Zweitjob (natürlich in Schwarzarbeit), die Verkäuferin muss Hartz 4 beantragen, der Getreidebauer setzt Herbizide und Pestizide ein und arbeitet ein paar Stunden länger und die Politik versucht die Märkte zu beruhigen, weil man sich ohne Kredit von der Finanzwirtschaft noch nicht einmal die Brötchen vom Vortag leisten könnte.

Und was ist, wenn sich die Finanzwirtschaft verzockt? Keine Sorge, wofür zahlen Bäckermeister,  Geselle, Bauer und Brötchenkäufer schließlich Steuern? Nur die Verkäuferin ist fein raus, alle anderen finanzieren die nicht gebackenen Brötchen und den inzwischen in Boni geflossenen Gewinn zur Rettung des systemrelevanten virtuellen Brötchendeals.

Endlich greift die Regierung entschlossen ein. Der Verkauf von nicht existierenden Brötchen soll besteuert werden. Mit einer Abgabe von 1 bis 2 Promille vom Umsatz müsste man diesem Treiben doch Einhalt bieten können. Wäre da nicht die Gefahr, dass der Leihbrötchenverkauf nach Asien, Amerika oder gar London abwandert, Globalisierung eben.

Wer braucht eigentlich virtuellen Brötchen? Ich möchte frische, gesunde Brötchen von meinem Bäcker zu einem fairen Preis kaufen.

Die Zockerei der Finanzwirtschaft gehört nicht besteuert, sondern verboten.

Es grüßt mit einem Wink

Edgar Schmidt

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